Glossar

Elija: Israelischer Prophet, der in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts v. Chr. lebte; er setzte den Ausschließlichkeitsanspruch Jahwes durch; nach der Legende stieg er in einem Feuerwagen in den Himmel auf; Israel erwartete in der nachexilischen Zeit seine Wiederkehr vor Gottes Endgericht (9,11 ff.); Jesus geht davon aus, dass Elija in der Person des Johannes zurückgekommen sei (9,13). (nach Brockhaus)

Endzeit: Wirre, unheilvolle Zeit vor dem Endgericht Gottes, die durch bestimmte Zeichen und Ereignisse angekündigt wird.

Eschatologie: Religiöse Vorstellungen vom Endschicksal jedes einzelnen Menschen in Abhängigkeit von seinem Handeln sowie von dem Ende der bisherigen Welt und dem Beginn einer neuen Zeit für die Auserwählten, Gerechten, Guten, in der sie auf ewig mit Gott zusammenleben.

eschatologisch: Den erwarteten Weltuntergang, das Endgericht Gottes, das Kommen seines Reiches und die anschließende ewige Heilszeit betreffend.

Essener: Sie wurden etwa um 150 v. Chr. von dem zeitweiligen Hohenpriester, der sich "Lehrer der Gerechtigkeit" nannte und von dem jüdischen Machthaber Jonatan aus dem Amt gedrängt worden war, gegründet. Ihr Ziel war, die Rechtmäßigkeit der Amtsinhaber des Hohenpriesteramtes am Jerusalemer Tempel sicherzustellen und die Rückkehr zum Sonnenkalender im Tempelkult, denn Jonatan, der das Amt des Hohenpriesters widerrechtlich usurpiert hatte, war zum Mondkalender übergegangen.
Die Essener bezogen auch die biblischen Propheten in die Gruppe der inspirierten Schriften mit ein. Sie verstanden die Weissagungen der Propheten als aktuelle Beschreibungen der Endzeit vor dem "Jüngsten Gericht", in der die Essener zu leben glaubten, und errechneten aus den Angaben der Propheten das Jahr, in dem sich das himmlische Jerusalem auf die Erde herabsenken und die zweite Paradieszeit beginnen sollte: 70 n. Chr.

Evangelium ("gute Botschaft"): Botschaft von Johannes und seines Jüngers Jesus: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe bzw. angebrochen, die Macht des Satans wird bzw. ist gebrochen, die personale Ankunft Gottes auf Erden im "Gelobten Land" (Israel) steht unmittelbar bevor; wer in Ewigkeit mit Gott im Paradies zusammensein möchte, sollte schleunigst "umkehren", seine Sünden bereuen und die Gebote (Thora) mit dem Herzen erfüllen.

Gelobtes Land: Das Gebiet, das Gott - nach Mose - seinem Volk Israel bei seinem Auszug aus Ägypten verheißen hat; als Kernraum gilt Judäa, während die weiteren Gebiete (z. B. Samaria [wobei die Samariter von Jesus offenbar nicht zu den Juden gezählt werden] oder Galiläa) je nach realpolitischer Lage unterschiedliche Ausdehnungen hatten, sodass die Grenzen nicht klar definiert sind. Gottes Reich sollte nach damaliger jüdischer Ansicht auf dem Territorium des "Gelobten Landes" errichtet werden.

inspiriert: Gott hat mitunter das Bedürfnis, seinem Volk etwas mitzuteilen; dann bewegt er Autoren dazu, zwanghaft den von ihm gewünschten Text, seine Botschaft, aufzuschreiben; der Autor leiht Gott also nur seine Hand, seinen Stift, der Text stammt von Gott persönlich; diese Schrift nennt man "inspiriert".

Jüngster Tag: Die im Judentum ausgebildete und im Neuen Testament übernommene Vorstellung, dass die Geschichte der Menschheit am Jüngsten (letzten) Tag enden und nach einer Übergangszeit (? Endzeit) durch ein Gericht Gottes beendet wird, das alle Menschen zur Rechenschaft über ihre vergangenen Taten zieht. (Brockhaus)

Lehrer der Gerechtigkeit: s. "Essener"

Messias ("der Gesalbte"; im Christentum auch "Christus"): Der von Gott aus dem Stamm David verheißene Erlöser, der die Herrlichkeit des nationalen Königtums erneuern, zugleich aber die allgemeine Verehrung des allein wahren Gottes auf Erden aufrichten sollte. Der Messias tritt vor dem Kommen Gottes auf, der sein ewig währendes Reich (= Paradies) auf der Erde errichten und für immer mit den gerechten und gewandelten Menschen zusammenleben wird.

Nazoräer (die Bewahrer): "Wegen dieser Bedeutsamkeit seiner Taufe [Gewähr der Sündenvergebung durch Gott im Endgericht] haben zeitgenössische Juden den Johannes und seine Anhänger etwas spöttisch "die Bewahrer" [die dich davor bewahren, im Endgericht von Gott verworfen zu werden] genannt, aramäisch n a z r é n oder - mit Artikel - n a z r á j j a, in griechischer Wiedergabe n a z a r e n o í bzw. n a z o r a i o i. Zur besseren Unterscheidung von vielen Gleichnamigen wurde deshalb Jesus "der Nazarener" [...] bzw. der "Nazoräer" [...] genannt, was ursprünglich gar nicht seine Herkunft "aus Nazaret" meinte [...], sondern seine Herkunft aus dem Täuferkreis oder seine Zugehörigkeit zu diesem." (Stegemann, S. 303)

Pessachfest: Das Pessachfest dauert eine Woche und ist wohl "aus der Verbindung eines Hirtenfestes mit einem zeitnahen Erntefest hervorgegangen [...], das nach der Einbringung der Wintergerste gefeiert wurde." (S. 92) "Pessach [war] in der Kulttradition Israels als Wallfahrtsfest verankert, zu dem die Bewohner des Landes nach Jerusalem pilgerten und dort im Zentralheiligtum [dem Tempel] Opfer darbrachten." (S. 92) Das Fest erinnert "an die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft". "In der Zeit des Zweiten Tempels erfuhr die Theologie des Festes zugleich eine messianische Aufladung, indem die Gläubigen den Exodus auch als Hinweis auf ein zukünftiges Erlösungsgeschehen verstanden." (S. 92/3)
"Anfang und zugleich Höhepunkt von Pessach ist die 'Seder' [...] genannte Feier am Vorabend des 15. Nissan (März/April) [...].[...] Traditionell leitet das männliche Familienoberhaupt die häusliche Zeremonie." (S. 93) Zitiert aus: Brämer, Andreas: Die 101 wichtigsten Fragen [zum] Judentum. München: Verlag C. H. Beck, 2010

seleukidisch (nach Seleukiden): Die Seleukiden waren eine hellenistische Dynastie, die nach dem Tod Alexanders des Großen das Seleukidenreich in Vorderasien regierte. Sie stammten von Seleukos I. Nikator ab, einem von Alexanders Generälen, und beherrschten vom späten 4. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. Teile Kleinasiens, Syriens, Mesopotamiens, Persiens und Baktriens. (KI)

Thora (Lehre, Gesetz): Die fünf Bücher Mose: Genesis, Exodus, Leviticus, Numeri, Deuteronomium

zadoqidisch (nach Zadok): Zadokiden und Aaroniden waren Priestergruppen am Jerusalemer Tempel; die Zadokiden führten sich auf Zadok zurück; der biblische Zadok war der Sohn von Ahitub, ein Nachkomme von Eleasar, dem dritten Sohn von Aaron (nach Wikipedia). Die Aaroniden führten sich direkt auf Aaron, den biblischen Bruder Moses, zurück.

Ende der Ausstellung; © Texte: Wolfgang Martin

Danksagung

All jenen Bildrechte-Inhabern, welche die Nutzung ihrer Bilder für diese Ausstellung gestattet haben, gilt unser herzlicher Dank. Wir haben uns bemüht, alle Inhaber von Bildrechten zu kontaktieren. Sollten berechtigte Ansprüche übersehen worden sein, werden die Rechte-Inhaber - sofern sie ihre Rechte geltend machen wollen - gebeten, sich mit der Ausstellungsleitung in Verbindung zu setzen bzw. sich an die im Impressum angegebene Adresse zu wenden.

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