Diskussion unter den Nazoräern | Quelle: https://de.freepik.com/premium-ki-bild/ |
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Diskussionen und Dissens unter den Nazoräern nach der Verhaftung des Johannes
Nach der Verhaftung von Johannes dem Täufer vertrat Jesus bei
Diskussionen unter den verwaisten Nazoräern die Ansicht, Gott erwarte vor seinem personalen Kommen, dass sich - nach Jes 52,13-53,12 -
ein "Gottesknecht" als Sühne für die Sünden des Gottesvolkes in Jerusalem kreuzigen lässt. Auch wenn Jesu Mit-Nazoräer vehement versuchten,
ihm diese Idee auszureden, blieb Jesus dabei. Und wenn kein solcher "Gottesknecht" in Sicht sei, so werde eben er diese Rolle übernehmen.
Die Nazoräer hielten das für Wahnsinn, Jesus aber war sich sicher, dass er, vermeintlich gemäß Jesaja, nach vollbrachter Kreuzigung von Gott
vom Kreuz herab als Messias gekürt werden würde und an der Seite Gottes den vierzigjährigen Endkampf gegen die Mächte der Finsternis
durchfechten werde.
Jesus verließ den Jüngerkreis und kehrte nach Kafarnaum zurück, wo er unter seinen Jugendfreunden und Bekannten Helfer für sein Vorhaben
anwarb.
Seine nazoräischen Genossen blieben zurück, kamen aber offenbar zu dem Schluss, man müsse Jesus, wenn er denn tatsächlich mit seinem
selbstmörderischen Unterfangen ernst mache, irgendwie retten.